Konto gehackt?
Sofortmaßnahmen.
Laut dem Cybersicherheitsmonitor 2025 des BSI erlebte fast jede zehnte Person einen Fremdzugriff auf einen Online-Account. Ob E-Mail, Online-Banking oder Instagram — ein gehacktes Konto kann gravierende Folgen haben: Identitätsdiebstahl, finanzielle Schäden und Betrug im Ihrem Namen.
Auf dieser Seite finden Sie für jeden Kontotyp die konkreten Sofortmaßnahmen — Schritt für Schritt.
Woran erkenne ich, dass mein Konto gehackt wurde?
- Sie können sich trotz korrektem Passwort nicht einloggen
- Im Gesendet-Ordner befinden sich E-Mails, die Sie nicht geschrieben haben
- Sie erhalten Benachrichtigungen über Passwortänderungen oder neue Geräte, die Sie nicht veranlasst haben
- Freunde oder Kollegen berichten von seltsamen Nachrichten in Ihrem Namen
- Auf Ihrem Bankkonto erscheinen unbekannte Buchungen
- Sie erhalten Rechnungen oder Mahnungen für Bestellungen, die Sie nicht getätigt haben
Tipp: Prüfen Sie auf haveibeenpwned.com oder dem HPI Identity Leak Checker, ob Ihre Zugangsdaten in einem Datenleck aufgetaucht sind.
E-Mail-Konto gehackt
Ein gehacktes E-Mail-Konto ist besonders gefährlich, weil es der Schlüssel zu allen anderen Konten ist. Über „Passwort zurücksetzen“ können Angreifer Banking, Shopping und Social Media übernehmen.
Sie können sich noch einloggen:
- Passwort sofort ändern — wählen Sie ein neues, starkes Passwort (mind. 12 Zeichen, Groß-/Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen)
- Alle aktiven Sitzungen beenden (bei Gmail: Kontosicherheit → „Alle anderen Sitzungen abmelden“)
- 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren
- Weiterleitungsregeln prüfen — Betrüger richten oft eine stille E-Mail-Weiterleitung ein
- Wiederherstellungs-E-Mail und -Telefonnummer prüfen — wurden diese geändert?
Sie können sich nicht mehr einloggen:
- Kontowiederherstellung starten — bei Google, Microsoft/Outlook, Apple
- Falls die Wiederherstellungs-E-Mail geändert wurde: Anbieter direkt kontaktieren (Identitätsnachweis erforderlich)
- Parallel: Passwörter aller Konten ändern, die mit dieser E-Mail verknüpft sind — von einem sicheren Gerät
Online-Banking gehackt
Hier zählt jede Minute. Betrüger können Überweisungen tätigen oder Daueraufträge ändern.
- Sofort sperren: Rufen Sie 116 116 an (kostenlos, 24/7) — sperrt Karten, Online-Banking und Telebanking
- Bank direkt anrufen — melden Sie den Vorfall und fragen Sie nach unautorisierten Transaktionen
- Kontobewegungen prüfen — unbekannte Überweisungen sofort reklamieren
- Passwort und PIN ändern (nach Entsperrung durch die Bank)
- TAN-Verfahren prüfen — wurden neue Geräte für pushTAN freigegeben?
Wenn bereits Geld abgebucht wurde: So holen Sie es zurück (Chargeback, Überweisungsrückruf, § 675u BGB).
Instagram, Facebook oder WhatsApp gehackt
- Versuchen Sie „Passwort vergessen“ über die App
- Falls E-Mail geändert: Instagram sendet eine Rücksetz-Mail an Ihre alte Adresse — folgen Sie dem Link
- Nutzen Sie das Instagram Hacked-Formular
- Aktivieren Sie 2FA (Einstellungen → Sicherheit → Zwei-Faktor-Authentifizierung)
- Melden Sie den gehackten Account unter facebook.com/hacked
- Folgen Sie dem Wiederherstellungsprozess
- Prüfen Sie unter Einstellungen → Sicherheit, ob unbekannte Geräte Zugriff haben
- Registrieren Sie sich erneut mit Ihrer Telefonnummer — der Betrüger wird automatisch ausgeloggt
- Falls der Betrüger eine 2FA-PIN gesetzt hat: 7 Tage warten, dann ohne PIN registrieren
- Details: WhatsApp-Betrug — Account wiederherstellen
Nach dem Hack: Wichtige Folgeschritte
- Kontakte warnen: Informieren Sie Familie, Freunde und Kollegen über einen anderen Kanal, dass Ihr Konto kompromittiert wurde
- Alle Passwörter ändern: Nicht nur das betroffene Konto, sondern alle Konten, die dasselbe Passwort verwenden
- Geräte prüfen: Virenscan durchführen, um Keylogger oder Trojaner auszuschließen
- Kontoauszüge überwachen: In den nächsten Wochen regelmäßig auf unbekannte Buchungen prüfen
- Anzeige erstatten: Über die Online-Wache Ihres Bundeslandes
- Identitätsdiebstahl prüfen: Falls Betrüger in Ihrem Namen Verträge geschlossen haben könnten, lesen Sie unseren Ratgeber zu Identitätsdiebstahl
Prävention: So schützen Sie Ihre Konten
- Einzigartiges Passwort pro Konto: Nutzen Sie einen Passwort-Manager (z. B. Bitwarden, KeePass — beide kostenlos)
- 2FA überall aktivieren: Per Authenticator-App (nicht per SMS, da SIM-Swapping möglich)
- Passkeys nutzen: Wo verfügbar (Google, Apple, Microsoft) — die sicherste Methode
- Regelmäßig Leak-Checker prüfen: haveibeenpwned.com
- Phishing erkennen lernen: Die meisten Account-Übernahmen beginnen mit einer Phishing-Mail — Phishing erkennen