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Stand: 25. Juli 2026

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Notfall-Checkliste bei Internetbetrug

Eine druckbare A4-Checkliste für die ersten 15 Minuten nach dem Vorfall: Sperre, Passwörter, Beweise, Anzeige und Rückholwege in der richtigen Reihenfolge. Unten finden Sie dieselben Schritte auch online – ohne Download.

Was in der Checkliste drin ist

  • 116 116 und direkte Banksperre
  • Passwörter in der sinnvollen Reihenfolge ändern
  • Verdächtige Geräte aus dem Banking nehmen
  • Screenshots, SMS, Chats und Umsätze sichern
  • Anzeige erstatten und Aktenzeichen notieren
  • Chargeback, PayPal-Fall oder Widerspruch prüfen
Vorschau der Notfall-Checkliste bei Internetbetrug

Die ersten 15 Minuten – Schritt für Schritt

Das kann jedem passieren. Wichtig ist die Reihenfolge: zuerst Schaden begrenzen, dann Beweise sichern, danach Geld zurückfordern. Arbeiten Sie die Liste der Reihe nach ab – auch wenn Sie unter Schock stehen.

  1. Karten und Banking sperren

    Rufen Sie den zentralen Sperr-Notruf 116 116 an (kostenlos, rund um die Uhr). Er sperrt EC- und Kreditkarten sowie Online-Banking-Zugänge bei deutschen Banken. Parallel die Hotline Ihrer Bank anrufen, falls Umsätze noch laufen.

    Tipp: Notieren Sie Uhrzeit und den Namen des Gesprächspartners. Das hilft später beim Widerspruch.

  2. Passwörter ändern – in der richtigen Reihenfolge

    Zuerst E-Mail-Passwort, dann Banking und Zahlungsdienste (PayPal, Apple Pay, Google Pay), danach Social Media und Online-Shops. Nutzen Sie, wo möglich, eine neue, einzigartige Kombination und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung neu.

    Wenn Sie ein geteiltes Passwort verwendet haben: alle betroffenen Konten mitdenken, nicht nur das Banking.

  3. Verdächtige Geräte und Apps entfernen

    Im Online-Banking und in der Banking-App: alle unbekannten Geräte, Push-TAN-Freigaben und registrierten Smartphones abmelden. Remote-Support-Software (AnyDesk, TeamViewer, Quick Support) deinstallieren, falls Sie sie auf Anweisung „der Bank“ installiert haben.

  4. Beweise sichern

    Screenshots von E-Mails, SMS, Chats, Fake-Websites und Kontobewegungen speichern. Absenderadressen, Domains, Telefonnummern und Beträge notieren. Nichts löschen, auch nicht „um Ordnung zu schaffen“ – die Bank und die Polizei brauchen den Kontext.

  5. Anzeige erstatten und Aktenzeichen notieren

    Anzeige bei der Polizei vor Ort oder online über das Portal Ihrer Landespolizei bzw. die Online-Anzeige. Das Aktenzeichen brauchen Sie für Bank, Kartenanbieter und PayPal. Ohne Anzeige scheitern viele Erstattungen an formalen Hürden.

  6. Rückholweg nach Zahlungsart wählen

    Überweisung: sofort Bank anrufen und Rückruf versuchen. Lastschrift: im Online-Banking zurückgeben. Kreditkarte: Chargeback beantragen. PayPal: Konflikt und Käuferschutz öffnen. Details und Fristen stehen unter Geld zurückholen.

Bitte nicht tun

  • Keinen Anrufern auf der Leitung Codes, TANs oder Remote-Zugriff geben – auch nicht „zur Rückbuchung“.
  • Keine neuen Überweisungen an „Sicherheitsteams“ oder „Notarkonten“ tätigen.
  • Keine Beweise löschen, bevor Bank und Polizei den Fall bearbeitet haben.
  • Keine Software von unbekannten Links installieren, die in der Phishing-Mail stehen.

Danach (erste 24–48 Stunden)

  • Schriftlich bei der Bank den Schaden melden und Erstattung fordern.
  • Bei Ablehnung den Musterbrief Widerspruch nutzen.
  • Schufa und Kontoauszüge auf weitere ungewöhnliche Vorgänge prüfen.
  • Bei Verdacht auf Identitätsdiebstahl die Seite Identitätsdiebstahl lesen.

Kurz: Die drei wichtigsten Nummern

Sperr-Notruf

116 116

Karten und Banking sperren

Polizei

110

Bei akuter Bedrohung oder laufendem Betrug

Ihre Bank

Hotline

Auf der Rückseite der Karte oder im Online-Banking

Häufige Fragen zur Notfall-Checkliste

Reicht der Anruf bei 116 116, oder muss ich die Bank extra anrufen? ▼

116 116 löst die zentrale Sperre aus. Rufen Sie trotzdem die Bank-Hotline an, wenn gerade Umsätze abgehen oder Sie eine Überweisung noch stoppen wollen. Beides ist sinnvoll – und kostet nichts außer ein paar Minuten.

Soll ich zuerst die Anzeige machen oder zuerst sperren? ▼

Zuerst sperren und Zugänge absichern. Jede Minute zählt gegen weiteren Schaden. Die Anzeige kommt direkt danach – mit den gesicherten Screenshots und dem Aktenzeichen für Bank und PayPal.

Was, wenn ich bereits Geld überwiesen habe? ▼

Sofort die Bank anrufen und einen Überweisungsrückruf verlangen. Parallel sperren, Beweise sichern und anzeigen. Die Erfolgsaussichten sinken mit jeder Stunde – deshalb die Checkliste von oben nach unten abarbeiten und dann den Weg unter Geld zurückholen wählen.

Erste Hilfe

Banking-Betrug

Sofortmaßnahmen bei Phishing, Vishing, Banking-Trojanern und missbräuchlichen Freigaben.

Rückhol-Wege

Geld zurückholen

Welche Rückhol-Option zu Ihrer Zahlungsart passt: Überweisung, Lastschrift, Karte oder PayPal.

Wenn die Bank ablehnt

Musterbrief Widerspruch

Formulierungen und Gegenargumente, wenn die Bank die Erstattung zunächst verweigert.

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